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3.3.2012 von Oliver.
Millionen Menschen in Deutschland gefährden sich durch Alkohol, Tabak und andere Drogen - nun will die Bundesregierung mehr Aufklärung und Beratung im Kampf gegen die Sucht. Dafür beschloss das Bundeskabinett eine “Nationale Strategie zur Drogen- und Suchtpolitik”, die einen Aktionsplan von 2003 ersetzt.
Wie der Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung vom Mai 2011 formuliert, herrscht in Deutschland “eine weit verbreitete unkritisch positive Einstellung zum Alkohol vor”. Dabei gelten laut dem Bericht 1,3 Millionen Menschen als alkoholabhängig, insgesamt sind 9,5 Millionen gefährdet, abhängig zu werden.
Die Deutschen trinken gerne und viel - doch schon regelmäßig geringe Mengen schädigen die Gesundheit des Körpers nachhaltig. “Als größte Gefahr des Alkoholkonsums sehen viele die Abhängigkeit”, sagt Gabriele Bartsch von der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) in Hamm. “Aber man muss sich klarmachen, dass die gesundheitlichen Schäden lange vorher beginnen”, betont die stellvertretende Geschäftsführerin. “Viele sagen: Ich bin doch nicht süchtig! Alkohol ist aber zum Beispiel auch eine der Hauptursachen für Krebs, das ist den meisten gar nicht bewusst.”
Das Risiko für eine alkoholbedingte Folgeerkrankung erhöhe sich bei Frauen bereits ab einem Konsum von 12 Gramm Alkohol pro Tag, was einem kleinen Glas Bier oder Wein entspricht, erläutert Bartsch. Für Männer seien es 24 Gramm täglich. Das gelte wiederum nur für gesunde Erwachsene und nicht für Jugendliche. “Unterhalb dieser Schwelle ist der Alkoholkonsum zumindest risikoarm - er ist aber nie risikofrei.”
Eine bestimmte Menge in einem bestimmten Zeitabschnitt gibt Bartsch zufolge nur wenig Anhaltspunkte für eine echte Alkoholsucht: “Die Abhängigkeit hat viele Faktoren, das ist sehr individuell.” Das soziale und kulturelle Umfeld beispielsweise spielten eine Rolle sowie die genetische Disposition. Die Suchtexpertin erläutert, dass zwei Gläser Wein am Abend nicht unbedingt körperlich abhängig machten: “Das passiert erst, wenn der Stoffwechsel des Körpers sich ganz auf den Alkohol einstellt und ohne nicht mehr richtig funktioniert.”
Die Gefahren sind trotzdem groß: “Wer jeden Tag trinkt, bleibt wahrscheinlich nicht bei ein oder zwei Gläsern am Abend. Es ist ein psychologischer Effekt, dass die Dosis erhöht wird”, sagt Bartsch. “Es kann sein, dass die zwei Gläser irgendwann nicht mehr reichen.” Sie rät deshalb dazu, zumindest zwei Tage in der Woche ganz auf Alkohol zu verzichten, weil der Konsum auch bei geringen Mengen leicht zu einer psychischen Abhängigkeit führen könne: “Man gewöhnt sich an den Konsum, man fängt an, in Situationen zu trinken, in denen man früher nichts getrunken hat.” Quelle:N24.de
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27.2.2012 von Oliver.
Farmington, Connecticut - Die aromatische Verbindung Resveratrol, ein Polyphenol, steht seit längerem im Fokus medizinischer Forschungen: Als Antioxidans könnte es nämlich unter anderem gegen Arteriosklerose, Herzerkrankungen oder gar Krebs wirken. Und enthalten ist es unter anderem in Rotwein. Besonders hoffnungsvolle Berichte über gesundheitsfördernde Eigenschaften des Rotwein-Wirkstoffs kamen in den vergangenen Jahren von Dipak Das, dem Leiter des kardiovaskulären Forschungszentrums der Universität Connecticut. Er publizierte unter anderem Forschungsergebnisse, nach denen sich auch Weißwein in Rattenversuchen als gesund fürs Herz erwiesen habe - und sogar Bier.
Das war dann aber offenbar doch zu schön, um wahr zu sein, berichtet der “New Scientist”: Nach einer dreijährigen Untersuchung, ausgelöst durch einen anonymen Hinweis, hat die Uni Connecticut Das der Datenfälschung für schuldig befunden. In einem 60.000-seitigen Bericht werden Das 145 Fälle von Fälschung vorgeworfen, von der Verzerrung statistischer Ergebnisse bis zur Manipulation von Bildern. Alle externen Forschungsgelder für Das’ Labor wurden eingefroren und ein Verfahren zu seiner Entlassung eingeleitet. (red Quelle derStandard 15.01.2012)
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16.2.2012 von Oliver.
Der britische Premier David Cameron möchte den Alkohol im Land verteuern
London - David Cameron hat das Saufen zur Chefsache gemacht. Der britische Premierminister ist der Ansicht, dass es im Land nicht weitergehen kann wie bis-her. Bei einem Besuch eines Krankenhauses im Nordosten Englands hat Cameron jetzt eine programmatische Rede gehalten, in der er unter anderem einen Mindestpreis für alkoholische Getränke in Aussicht stellt. Den hält er für nötig, weil die Zahl von Betrunkenen in der Öffentlichkeit im vergangenen Jahrzehnt ‘in beängstigendem Ausmaß’ zugenommen habe, wie diverse Statistiken zeigen.
Das ist insofern erstaunlich, als die Briten auch zuvor schon recht trinkfreudig waren. Besonders wochenends waren und sind die Straßen der Städte des Nachts von schwankenden Gestalten bevölkert. Erhebungen zeigen jedoch, dass die Zahl der extrem Betrunkenen tatsächlich stark gestiegen ist. Seit 2002 hat sich die Zahl von Patienten, die mit Alkoholvergiftung in die Notaufnahme eingeliefert werden, auf 18500 pro Jahr verdoppelt. Insgesamt wurden zuletzt jährlich 200000 Menschen wegen Alkohol und den unmittelbaren Folgen wie zum Beispiel Stürzen im Krankenhaus behandelt. Ärzte fordern schon seit Jahren, dass die Politik etwas unternehmen müsse. Das Thema taucht regelmäßig in der öffentlichen Diskussion auf, die BBC hat erst kürzlich wieder eine Dokumentation über Großbritannien als Nation von Trinkern gesendet. Cameron hat sich nun offenbar vorgenommen, Maßnahmen zu ergreifen. In Kürze will die Regierung eine Strategie zum Umgang mit dem Alkoholproblem im Land vorstellen. Vorangegangen waren Gespräche mit der Getränkeindustrie und mit Gesundheitsexperten.
Cameron sagte am Mittwoch, die durch Alkoholmissbrauch verursachten Kosten für die Gesundheitsdienste beliefen sich auf 2,7 Milliarden Pfund im Jahr (3,2 Milliarden Euro). Allein eine Milliarde Pfund würde die Arbeit von Rettungsdiensten und Notaufnahmen kosten. Der gesamtgesellschaftliche Schaden sei noch bedeutend größer: Laut Cameron koste Alkoholmissbrauch das Land 17 bis 22 Milliarden Pfund im Jahr. Der Premier sagte: ‘Das ist einer der Skandale unserer Gesellschaft, und ich bin entschlossen, mich der Sache anzunehmen.’ Derzeit prüft die Regierung, ob ein Mindestpreis für Alkohol gegen EU-Recht verstoßen würde - was als wahrscheinlich gilt. Die Schotten sind bereits sehr weit in der Vorbereitung einer entsprechenden Verordnung. Sie werden gewissermaßen einen Testlauf für das Königreich starten. Gegner eines Mindestpreises - zum Beispiel die ‘Beer and Pub Association’ und die Getränkeindustrie - vertreten die Ansicht, die Maßnahme sei unfair, weil sie auch Menschen träfe, die verantwortungsvoll mit Alkohol umgehen. Christian Zaschke - Süddeutsche Zeitung Nr.39/2012
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16.2.2012 von Oliver.
Sie war die Queen of Pop der achtziger und neunziger Jahre - jetzt ist die Sängerin Whitney Houston gestorben. Schon lange machten sich Freunde wegen Rauschgift- und Alkoholproblemen Sorgen um sie - trotzdem ist die Todesnachricht ein Schock.
Die Sängerin starb am Samstagnachmittag in einem Hotel in Beverly Hills bei Los Angeles. Sie wurde 48 Jahre alt. Die Todesursache war zunächst unbekannt. Houston litt aber seit vielen Jahren unter Rauschgift- und Alkoholmissbrauch und hatte im vergangenen Jahr erneut in eine Entzugsklinik gebracht werden müssen. Die Todesumstände sind rätselhaft.
Houston machte aber auch mit Rauschgift, Alkohol und einer turbulente Ehe mit dem R&B-Sänger Bobby Brown Schlagzeilen. Immer wieder hatte sie Phasen, in denen sie am Ende ihrer Kräfte schien. Im vergangenen Jahr hatte sie wieder in eine Entzugsklinik gemusst. Der Tod des Superstars überschattet auch den Grammy-Abend am Sonntag. Bei einer Probe am Donnerstag habe Houston zerzaust gewirkt, stark geschwitzt und nach Alkohol und Zigaretten gerochen, sagte ein Teilnehmer.
Quelle: Süddeutsche Zeitung vom12.02.2012
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16.2.2012 von Oliver.
Aus Einsamkeit im Stillen trinken, aus Überforderung zu Tabletten greifen: Ältere Menschen haben zunehmend Drogenprobleme, vor allem, wenn sie alleinstehend sind. Die Suchtpolitik reagiert mit neuen Strategien. Diese sollen vor allem früh ansetzen - und so verhindern, dass Abhängigkeit überhaupt entsteht.
Immer mehr ältere Menschen in Deutschland sind Studien zufolge abhängig von Alkohol und Medikamenten. Die Bundesregierung will entsprechend diese Suchtprobleme nun stärker in den Fokus rücken. Im Alter sind viele allein - vor allem Frauen greifen in ihrer Einsamkeit häufig zu Tabletten. Der demographische Wandel sei eine neue Herausforderung für die Drogen- und Suchtpolitik, sagte die Drogenbeauftragte Mechthild Dyckmans am Mittwoch in Berlin. Immer mehr Menschen lebten allein; manche von ihnen seien damit überfordert. Dies führe auch zu einem problematischen Konsumverhalten, sagte die FDP-Politikerin. Vor allem ältere Frauen griffen, ob bei Schlafstörungen oder dem Verlust des Partners, zu Tabletten, sagte Dyckmans. Menschen, die zuvor keine Alkoholprobleme hatten, würden im Alter aus Einsamkeit “im Stillen trinken”, sagte Dyckmans. Schätzungen zufolge sollen bis zu 400.000 ältere Menschen Alkoholprobleme haben.
Betroffene schweigen oft. Da die Betroffenen in der Regel nicht von sich aus Hilfe suchten, müssten Altenpfleger für diese Probleme sensibilisiert werden, sagte die Drogenbeauftragte. Darüber hinaus würden auch Kokain- und Heroinabhängige aufgrund der besseren medizinischen Behandlung immer älter. Es müssten Regelungen gefunden werden, wo und wie diese Süchtigen gepflegt werden könnten. Insgesamt will die Bundesregierung die Prävention künftig stärker auf Risikogruppen ausrichten - statt “wie so oft in der Vergangenheit mit der Gießkanne” vorzugehen, wie Dyckmans erklärte. Das sieht die neue Nationale Strategie zur Drogen- und Suchtpolitik vor, die das Bundeskabinett am Mittwoch billigte. Sie löst den “Aktionsplan Drogen und Sucht” von 2003 ab. Neben den Älteren sind unter den Zielgruppen junge Erwachsene, Schwangere und Migranten. Es müsse alles dafür getan werden, “dass Abhängigkeit gar nicht erst entsteht”, sagte Dyckmans. Ärzte müssten als Ansprechpartner gestärkt und die betriebliche Suchtprävention ausgebaut werden. Zu den Herausforderungen der Suchtpolitik zählte sie auch das Komasaufen.
Quelle: Süddeutsche Zeitung Nr. 39/2012
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